Beim Grauen Star (Katarakt) trübt sich die natürliche Augenlinse langsam ein, das Sehen wird verschwommen und blendempfindlich. Die einzige Behandlung, die die Trübung beseitigt, ist eine Operation, bei der die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird. Sie wird heute in der Regel ambulant durchgeführt.
Typische Symptome
- Das Sehen wird verschwommen, wie durch einen Nebelschleier
- Blendung durch Gegenlicht, Scheinwerfer oder Sonne
- Farben wirken blasser oder gelblicher
- Die Brillenstärke ändert sich auffallend oft
- Schlechteres Sehen in der Dämmerung
- Manchmal Doppelkonturen auf einem Auge
Die Veränderungen kommen schleichend. Viele Menschen merken erst spät, wie sehr sie sich daran gewöhnt haben. Die Diagnose stellt der Augenarzt bei der Untersuchung an der Spaltlampe.
Wann ist eine Operation sinnvoll?
Es gibt kein starres Zeitfenster. Entscheidend ist, wie stark die Trübung Ihren Alltag einschränkt, etwa beim Lesen, im Straßenverkehr oder bei der Arbeit. Gemeinsam wägen wir ab, ob und wann ein Eingriff für Sie sinnvoll ist.
Ablauf der Operation
Die Operation findet ambulant in unserem OP-Zentrum statt. Üblicherweise wird die getrübte Linse mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt (Phakoemulsifikation). Anschließend wird eine künstliche Linse (Intraokularlinse, IOL) eingesetzt. Ob und welche Betäubung für Sie vorgesehen ist, besprechen wir vorher. Nach dem Eingriff erhalten Sie Augentropfen und Verhaltenshinweise, und es folgen Kontrolltermine.
Welche Linsen gibt es?
- Monofokale Standardlinse: Sie korrigiert eine Entfernung scharf, meist die Ferne. Für die Nähe wird in der Regel weiterhin eine Brille benötigt. Die Standardlinse ist in der Regel eine Kassenleistung.
- Premiumlinsen: Dazu zählen multifokale oder EDOF-Linsen, die mehrere Entfernungen abdecken sollen, und torische Linsen, die eine Hornhautverkrümmung ausgleichen. Dafür entsteht ein Eigenanteil. Mehr dazu auf der Seite Premiumlinsen.
Welche Linse zu Ihnen passt, hängt von Ihren Augen, Ihren Gewohnheiten und möglichen Begleiterkrankungen ab. Eine Premiumlinse ist nicht für jeden geeignet, und auch sie kann nicht garantieren, dass Sie nie wieder eine Brille brauchen.
Mögliche Risiken
Die Operation gilt als gut etabliert, ist aber wie jeder Eingriff nicht frei von Risiken, etwa Infektionen, Entzündungen oder Netzhautproblemen. Häufiger kommt es Monate oder Jahre später zu einem Nachstar, einer erneuten Eintrübung der Linsenkapsel. Sie lässt sich mit einem kurzen Laser (YAG) behandeln.
Beratung und Termin
Wenn Sie den Verdacht auf einen Grauen Star haben, beginnt alles mit einer Untersuchung. Mehr zum Thema auf unserer Seite Grauer Star. Termin online buchen oder anrufen: 02381 966070.
