Bildschirm und Kurzsichtigkeit: Was Eltern wissen sollten

Kinder und Bildschirm

Viel Nahsicht ist für Kinderaugen nicht grundsätzlich gefährlich, aber es sprechen viele Hinweise dafür, dass sehr viel Naharbeit und wenig Aufenthalt im Freien die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit (Myopie) begünstigen können. Ein klares „so viele Stunden sind okay“ gibt es nicht. Wichtig sind Pausen, Tageslicht und regelmäßige Kontrollen.

Warum Kurzsichtigkeit bei Kindern zunimmt

Bei Kurzsichtigkeit wächst der Augapfel zu lang. Das passiert vor allem im Kindes- und Jugendalter. Weltweit nimmt die Zahl kurzsichtiger Kinder zu. Als Gründe werden unter anderem viel Naharbeit, wenig Tageslicht und eine erbliche Veranlagung diskutiert. Ob und wie stark Bildschirme eine eigene Rolle spielen, ist nicht abschließend geklärt. Naharbeit insgesamt, auch Lesen und Hausaufgaben, gehört dazu.

Warum starke Kurzsichtigkeit mehr ist als ein Brillenthema

Je stärker die Kurzsichtigkeit, desto höher ist später das Risiko für Netzhautprobleme, Grauen oder Grünen Star. Deshalb lohnt es sich, ein schnelles Fortschreiten früh zu erkennen.

Was Eltern im Alltag tun können

  • Zeit im Freien: Täglich draußen spielen, nach Studien rund zwei Stunden. Tageslicht scheint schützend zu wirken.
  • Pausen: Nach der 20-20-20-Regel alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne (ca. 6 Meter) schauen.
  • Abstand: Bildschirm und Buch nicht näher als etwa eine Armslänge.
  • Licht: Gute, blendfreie Beleuchtung beim Lesen und Lernen.
  • Bildschirmzeit: Altersgerechte Grenzen vereinbaren, auch aus anderen gesundheitlichen Gründen.

Was ist Myopie-Management?

Bei Kindern, deren Kurzsichtigkeit schnell zunimmt, kommen Maßnahmen in Frage, die das Fortschreiten bremsen sollen. Dazu zählen zum Beispiel niedrig dosierte Atropin-Augentropfen oder spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen. Sie können das Fortschreiten verlangsamen, aber nicht in jedem Fall stoppen. Ob eine Maßnahme sinnvoll ist, entscheidet der Augenarzt nach einer Untersuchung.

Wann zum Augenarzt?

  • Wenn Ihr Kind blinzelt, die Augen zukneift oder sehr nah an Bildschirm und Buch herangeht
  • Bei Kopfschmerzen beim Lesen oder häufigem Augenreiben
  • Bei Schielen oder wenn ein Auge anders aussieht als das andere
  • Zur Kontrolle, auch ohne Beschwerden: Kinder merken Fehlsichtigkeit oft nicht

In unserer Sehschule untersuchen wir Kinder liebevoll und kindgerecht. Die Sehschule hat eigene Zeiten (Montag und Donnerstag). Termin online buchen oder anrufen: 02381 966070.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

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